Gedanken zur Bundestagswahl 2021


Der Wahlkampf befindet sich derzeit in seiner heißen Phase. Man könnte davon ausgehen, dass bei den Parteien großer Enthusiasmus und Aufbruchsstimmung herrscht. Vielleicht sieht das innerhalb der Parteien anders aus, aber zu spüren ist davon derzeit nicht viel.

Es scheint fast, als hätten die großen Parteien die Möglichkeit verspielt, die Ära nach der Merkel-Kanzlerschaft mit frischem Wind anzugehen. Dabei wäre jetzt die Chance gewesen, die Menschen vor Ort abzuholen und in das demokratische Geschehen einzubinden. Aber das Selbstverständnis, bzw. die Selbstverständlichkeit mit der die Parteien heutzutage immer wieder die routinemäßig einstudierten Programme abspulen, wirkt bisweilen wenig mitreißend auf die Wählerinnen und Wähler.

Armin Laschet galt noch vor wenigen Wochen als sicherer zukünftiger Kanzler und hat nun die bittere Realität vor Augen. Er scheint inkompetent und macht sich derzeit keine große Mühe diesen Umstand zumindest zu überspielen. Er wirkt hilf- und orientierungslos. Die anderen Akteure seiner Partei sind schon in Deckung gegangen, damit sie nicht mit der anstehenden Wahlschlappe in Verbindung gebracht werden. Ohne Rückhalt, so scheint es, ereilt den Aachener Laschet dasselbe Schicksal, wie seinen Politikkollegen Martin Schulz, der nur einige Kilometer von Laschet entfernt wohnt, vor vier Jahren. Der Westen Deutschlands scheint kein gutes Pflaster für potenzielle Kanzlerkandidaten.

Die SPD scheint da zumindest parteiintern in besserer Stimmung. Dabei hat Scholz anscheinend von Merkel gelernt, bewegt sich unauffällig durch den Wahlkampf und beweist Souveränität im steuern seines Wahlkampfschiffes. So scheint er ganz ohne größeren Skandal das kleinste Übel unter den Kandidatinnen und Kandidaten zu sein. Dies reicht heutzutage bereits um Kanzler zu werden.

Die beiden ehemaligen Volksparteien beweisen nur wenig Mut, wenn es um konkrete Zukunftsideen für Deutschland und Europa geht. So ist das innovativste Thema wohl noch die 12€ Mindestlohn, die in der Hand von Olaf Scholz auf seinem Wahlplakat wohl platziert sind. Ansonsten, so scheint es, konzentrieren sich die Parteien links der Mitte auf das pushen der Briefwahl, um ihren strategischen Vorteil auszuspielen.

Wenn wir uns eins Wünschen würden, dann wieder einen Wahlkampf, der seines Begriffes würdig und richtungsweisend ist. Weniger Plattitüden und mehr Diskussionsstoff für die Menschen. Wird es jemals wieder zu einem echten Wahlkampf kommen? Das zeigt die Zeit. Bis dahin ist derzeit wohl keiner Partei wirklich zuzutrauen, die notwendigen Veränderungen durchzusetzen. Deshalb bleibt es wohl weiter dabei: Egal wen man dieser Tage trifft, alle tun sich schwer eine Wahlentscheidung zu treffen. Kaum ein Mensch fühlt sich wirklich noch vertreten von einer der Parteien, die voraussichtlich in den nächsten deutschen Bundestag einziehen.

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